Schlagwort: Cannabis

Mary Jane Berlin 2023: Die Schattenseiten Deutschlands größter Cannabismesse

CannabisBlog.eu – Ein Kommentar – Wie jedes Jahr besuchte ich auch in diesem Jahr die Mary Jane Expo in unserer Hauptstadt Berlin. Vom 23. bis zum 25. Juni 2023 präsentierten sich zahlreiche Vertreter der Cannabis-Industrie auf dem Gelände der Arena in Berlin Kreuzberg. Überschattet wurde das ganze von wirklich traurigen Vorfällen. Warum ich den Veranstaltern der Mary Jane Berlin vorwerfe, keine angemessene Haltung eingenommen und nicht verantwortungsvoll gehandelt zu haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der erste Tag auf der Mary Jane Berlin 2023

Gegen 11:00 Uhr traf ich mich mit einem alten Freund aus Amsterdam auf einen Kaffee am Schlesischen Tor. Es regnete stark, wir versuchten noch alternativlos in einer Apotheke einen Regenschirm zu kaufen (…) und machten uns danach auf den Weg zum Messegelände.

Als wir ankamen, traf ich meine Bekannten, die mich während des Messebesuchs mit Kameras begleiten sollten. Wir stellten uns an und einige Minuten später waren wir in der Messehalle (Arena). Ich sprach mit einigen Händlern und Marken-Vertretern, führte ein kurzes Interview für eine laufende Recherche und anschließend suchten wir ziemlich lange nach einem freien Sitzplatz zum Rauchen.

An diesem Tag ignorierte ich so gut es ging all die fragwürdigen Stände mit verschiedensten Konsumartikeln, die meiner Meinung nach auf so einer Messe nichts verloren haben sollten. Irgendwie kam mir das ganze vor wie eine Szene aus Thailand in einer Marijuana Mania Folge.

HHC-Produkte wohin das Auge reicht

Notiz: Was ist HHC? HHC ist ein sehr wenig erforschtes und relativ neu entdecktes Cannabinoid, das zwar ähnlich wie THC wirken kann, aber teilweise gefährliche Risiken und nicht einschätzbare Nebenwirkungen mit sich bringt.

HHC ist nicht nur meiner Meinung nach ein Produkt der Prohibition. Die simple Denkweise der jeweiligen Unternehmer muss sich wie folgt gestalten: 

“THC ist in Deutschland nicht legal? Hmm, dann lass uns schauen, was wir sonst noch auf den Markt schmeißen können was ballert, um schnell und einfach Geld zu verdienen.” 

Diese Art von Businessmodellen wirft zwangsläufig einen großen, dunklen Schatten auf die Legalisierungsdebatte und ist absolut kontraproduktiv.

Wieso gab es auf dem gesamten Messegelände der Mary Jane keinen Infostand? Wieso wurden solche Händler überhaupt zugelassen? Aber das war nur der Anfang..

The High Company – THC

Quelle: Instagram-Seite von “The High Company”

Vor einigen Tagen schickte mir Florian Söllner, Pressesprecher vom CSC Nbg. e.V. einen offenen Brief des Clubs, adressiert an die Veranstalter der Mary Jane Berlin. Es geht in dem Brief hauptsächlich um eine Firma namens “The High Company” (abgekürzt THC, thehighcompany.eu) die auf der Messe ausstellen durfte und zahlreiche essbare und rauchbare Produkte angeboten hat. Laut einer stolzen Aussage eines Mitarbeiters der Firma sei es ein Geniestreich, den Schriftzug THC als Markennamen benutzt, auf der Vorderseite all ihrer Produkte platziert zu haben. Lediglich auf der Rückseite, in sehr kleiner Schrift, wird ersichtlich, dass kein THC, sondern nur HHC enthalten ist.

Produktbild von The High Company - Mary Jane Berlin
Ein essbares Produkt des Herstellers
Quelle: thehighcompany.eu

Das ist meiner Meinung nach fahrlässige Konsumententäuschung, ohne Wenn und Aber! Scheinbar ist es so, dass die tschechische Firma The High Company (die Website wird in den Niederlanden gehostet) außerdem keine gültige VAT Nummer besitzt, um in Deutschland überhaupt Geschäfte machen zu dürfen. Wenn man sich die Mühe macht, nach dem Firmensitz von “The High Company” zu suchen, wird schnell klar, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Wurde hier kein Background Check gemacht? 

An diesem Punkt möchte ich kurz anmerken, dass neben The High Company natürlich auch weitere Händler und Firmen mit HHC Produkten in diesem Jahr auf der Mary Jane vertreten waren. Der Eindruck eines unkontrollierten Marktplatzes ohne jegliche Haltung seitens der Veranstalter war allgegenwärtig.

MJ Berlin 2023 – Samstag – 24. Juni

Der Samstag ist traditionellerweise und den Umständen geschuldet der am meisten besuchte Messetag. Voll war es immer, aber dieses Jahr konnte nicht mehr von einem “von Stand zu Stand gehen” die Rede sein. Es war maßlos überfüllt. Der Outdoor-Bereich hatte eindeutig zu wenige Schattenplätze. Das Security-Personal war mit den Menschenmengen offensichtlich überfordert. 

Am 24. Juni. hatten wir in Berlin-Kreuzberg tagsüber Höchsttemperaturen von 32 Grad Celsius im Schatten. Tap Water? Nein. Die scheinbar seit Jahren immer gleichen Musik-Acts brachten dann doch gute Stimmung in das ganze Geschehen. Ein Bekannter von mir verteilte an diesem Tag mit seiner Freundin Flyer für sein eigenes kleines Cannabis Startup-Unternehmen auf der Messe. Als sie am Rand des Innenbereiches der Arena zwei Jungs entdeckt haben (beide circa 21 Jahre alt) die zusammengekauert auf dem Boden saßen, hat mein Bekannter sie angesprochen und gefragt, was los sei. Sie hätten an einem Stand angebliches “CBD-Weed” als Bongkopf zubereitet bekommen, gratis. Daraufhin hatten beide relativ schnell extreme Kreislaufprobleme und aufkommende Übelkeit.

Der letzte Tag auf der Mary Jane 2023 – Ein Appell

Am dritten Messetag bin ich nach einigen Terminen zeitnah wieder nach Hause gefahren. 

Das Thema war für mich gegessen. Seitdem die Arena in Berlin-Kreuzberg als Veranstaltungsort dient, hat sich meiner Meinung nach ein drastisches Ungleichgewicht entwickelt. 

Die Leistung des Veranstalters wurde (für uns Besucher) wohl kaum ersichtlich erweitert. Auf der anderen Seite kommen von Jahr zu Jahr immer mehr Gäste und Aussteller. Wir befinden uns momentan praktisch im Boom der deutschen Cannabis-Legalisierung. Besonders in dieser Zeit ist es wichtig, eine klare Stellung einzunehmen, eine Haltung zu haben und allem voraus sauber zu arbeiten.

Ich persönlich habe keine Lust darauf, dass die Summe all der Dinge, die in den letzten Monaten in der Öffentlichkeit und hinter verschlossenen Türen passiert sind, dazu führen, dass sich der Legalisierungs-Prozess unnötig in die Länge zögert. 

Die Mary Jane Berlin hat die Möglichkeit, ein einflussreicher Teil der deutschen Cannabis-Kultur zu sein. Ich hoffe auf eine komplett neue Mary Jane Berlin im folgenden Jahr. Fehler passieren täglich, es gilt jetzt daraus zu lernen und die nötigen Wege zu gehen, dass sie zukünftig nicht mehr passieren werden. 

Der CSC Nbg. e.V. hat übrigens eine Petition zu dem HHC-Thema ins Leben gerufen und die Antwort der Mary Jane Veranstalter auf den offenen Brief angehängt.

Habt ihr dieses Jahr die Messe besucht? Wie war euer Eindruck? Schreibt gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag!

Rauchige Grüße 

GD420

Ihr wollt keinen Artikel mehr verpassen? Abonniert hier den Cannabis Blog Newsletter!


Swabian Extracts – Ein Interview mit dem deutschen Grower und Hashmaker

Der in Spanien lebende Schwabe, Grower und Hashmaker Swabian Extracts lässt spätestens seit diversen Cup-Platzierungen die Herzen deutscher Cannabis-Cannasseure höher schlagen. In der Social-Media-Welt hält sich der Cannabis-Aficionado eher bedeckt. Ich hatte jedoch kürzlich die Möglichkeit ein interessantes Gespräch mit dem deutschen Extraction-Artist zu führen, während der Duft von Kush Mints und Jokerz in der Luft lag.

Swabian Extracts im Interview mit CannabisBlog.eu

GD420: Ich grüße dich! Magst du dich für die, die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen?

Swabian Extracts(SE): Hallo! Die meisten kennen mich unter dem Namen Swabian. Ich komme ursprünglich aus dem Stuttgarter Raum, lebe und arbeite zur Zeit jedoch in Spanien.

GD420: Wir kommen gleich dazu, was du genau in Spanien machst. Wann hattest du deine erste Berührung mit Cannabis und wie kam es dazu?

Growen war noch weit entfernt..

SE: Das hat bei mir relativ typisch angefangen, würde ich sagen. Ich habe mit circa 15 Jahren das erste Mal mit Freunden Gras probiert und so ein Jahr später wurde dann schon fast täglich geraucht. Growen und so weiter war damals aber noch weit entfernt.

GD420: Kannst du erklären, woraus deine Arbeit in Spanien genau besteht? Ich bin auf dich aufmerksam geworden, als ich Platzierungen bei Cups in diesem und im letzten Jahr von dir gesehen habe.

SE: Die Arbeit hier unten besteht hauptsächlich aus dem Anbau von Cannabis, dem Waschen von Hash und der Produktion von lösungsmittelfreien Extrakten. Hauptsächlich Live Rosin und ab und zu auch ein wenig Full Melt Hash.

Cannabis selber anbauen

GD420: Seit wann baust du selbst an und wieso hast du dich dazu entschlossen?

SE: Selbst angebaut wird, seit es die Wohnsituation in Deutschland zugelassen hat. Das war circa 2009. Ein großer Grund war auch damals, dass man Mitte der 2000er Jahre in Deutschland massive Probleme mit gestrecktem Gras hatte. Zu dieser Zeit haben auch schon zwei Freunde von mir selbst angebaut. Auch das hat mich nochmals motiviert, weil deren Qualität doch schon relativ gut war für diese Zeit.

Frisches Live Rosin, Swabians Fotosammlung

Die eigenen Extrakte

GD420: Seit wann extrahierst du dein eigenes Material? Wie sahen die Anfänge aus?

SE: Ich habe relativ kurz nach meinem ersten Grow damit angefangen, den eigenen Trim zu waschen. Aber anfangs habe ich alles noch sehr einfach gehalten mit dem Camping Washer und natürlich gab es damals auch noch keine Freeze Dryer. Seit ungefähr fünf Jahren wasche ich jedes Mal meine komplette Ernte.

GD420: Wie hast du dir das nötige Wissen in diesem speziellen Bereich angeeignet?

SE: Das meiste habe ich damals tatsächlich über Youtube gelernt. Bubbleman und auch Frenchy Cannoli wären da zu erwähnen. 

Heutzutage gibt es guten Content zu dem Thema auf YouTube unter anderem von LowTemp Industries oder auch GoPurePressure.

Während der Spannabis gibt es in Barcelona immer einige Workshops von teilweise ziemlich bekannten Hashmakern, an denen man teilnehmen kann, wenn man ein bisschen tiefer in die Materie eintauchen möchte.

Click here to display content from YouTube.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Fresh Frozen Demo von LowTemp Industries

GD420: Wieso konzentrierst du dich bei der lösungsmittelfreien Extraktion auf „Live Rosin“?

SE: Live Rosin wird aus frisch geernteten Pflanzen hergestellt (FreshFrozen). Diese werden nach der Ernte innerhalb kürzester Zeit eingefroren. 

Es ist eine ewig lange Diskussion bezüglich Live Rosin vs. Rosin.

Also Rosin, das aus Hash hergestellt wurde, bei welchem die Plants zuvor erst getrocknet wurden, kann von genauso hoher Qualität sein.

Die Terps vom Hash und  auch des Rosins sind bei FreshFrozen grundsätzlich stärker und auch die Farbe des Endprodukts ist meist ein wenig heller. 

Über den Effekt kann man ebenso lange debattieren. Ich persönlich bin der Meinung, dass Hash (und daraus dann Rosin), das aus gut angebauten (organisch bevorzugt) Flowers, welche schonend über 10-14 Tage getrocknet wurden, hergestellt wird, den stärksten Effekt hat, der auch am längsten anhält.

Aber der Markt momentan favorisiert hauptsächlich Live Rosin und FreshFrozen Hash und natürlich ist es für die meisten Grower und Hashmaker auch vom Platz- und Zeitmanagement her einfacher, vor dem Extrahieren nicht erst seine ganze Ernte trocknen zu müssen.

Extract-Competitions

GD420: Magst du erzählen, an welchen Cups du bisher mit deinen Extrakten teilgenommen hast?

Credit: @macrohuana for Full Moon Sesh Madrid 2022

SE: Seit 2020 habe ich diverse Male am „Masters Of Rosin“, der „Full Moon Sesh“, dem „EGO Clash Barcelona“ und der „Secret Sesh Barcelona“ teilgenommen. Hervorzuheben sind der zweite Platz bei der Full Moon Sesh in Madrid (2022) und der erste Platz bei der Secret Sesh in Barcelona (2023). Beide Male mit Live Rosin (genau wie die Entries bei den anderen Competitions).

Aktuelle Favoriten

GD420: Hast du eine Lieblings Strain-Familie/einen Lieblingsstrain? Womit arbeitest du momentan am liebsten beim Hash-Waschen?

SE: Also zur Zeit ist Blueberry Tartz aus meiner eigenen Selektion mein Favorit. Der Cross ist Zkittlez x Blue Power, der Breeder ist Sin City Seeds und man hat sehr schöne Zkittlez aber auch Sour/Kush Terps. Außerdem auch Kush Mints (Rapid Hippy Cut). Einfach ein richtiger Top Strain in jeder Hinsicht.

Credit: @macrohuana for Full Moon Sesh Madrid 2022

Wenn man auf der Suche nach Top-Washern ist natürlich GMO, oder auch die meisten GMO Crosses.

Einer der besten Washer momentan in meinem Line-up ist jedoch Grapes and Cream, ein Cross aus Grape Pie und Cookies & Cream.

Gegenwart und Zukunft

GD420: Wieso bist du nach Spanien gegangen und würdest du sobald hier legalisiert/entkriminalisiert wurde zurückkommen?

SE: Mich hat die entspannte Gesetzeslage nach Spanien getrieben. Hier lässt es sich momentan noch um einiges entspannter arbeiten. 

Ja mal schauen wie es in Deutschland laufen wird und was es letztendlich für Möglichkeiten gibt. Es wäre auf jeden Fall sehr interessant, in einem legalen Rahmen in seinem Heimatland zu arbeiten, aber ja, schauen wir mal.

GD420: Dann also: German engineered & produced?

SE: Ja, das ist natürlich das Ziel.

Swabian grown – german engineered.

GD420: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.


Folgt Swabian auch auf Instagram. Ich freue mich besonders darauf, in Kürze die Extrakte von Swabian probieren zu dürfen. Interviews dieser Art machen einen riesigen Spaß. Es ist schön zu sehen, dass deutsche Extraction-Artists auf internationaler Ebene mithalten können. Ich bin gespannt, wie Swabian Extracts bei der Full Moon Sesh in Berlin abschneiden wird. Ich werde hier in Zukunft öfter Interviews mit interessanten Personen aus der Community führen. Stay tuned!

Schreibt bei Fragen oder Anregungen gerne in die Kommentare oder sendet eine Mail an info@cannabisblog.eu

Rauchige Grüße

GD420


Mit dem Code germandank bekommt ihr 10% Rabatt auf das komplette Sortiment bei Drehmoment-Headshop!

Die Hanfburg – Das erste deutsche Cannabis-Forum – NEWS – Interview

Das Hanfburg-Forum. Es war die Heimat vieler Cannabis-Enthusiasten in den frühen 2000er Jahren und eine der ersten Anlaufstellen für Informationen zum Thema Eigenanbau von Cannabis in Deutschland. Heute findet man bei Google zahlreiche Informationen, Instagram ist voll mit ihnen und sogar ChatGPT kann einem einiges erklären. All das war damals nicht vorstellbar.

Es war einmal ein Forum…

Der Gründer und frühere Administrator “Knospe” oder “Dr. Knospe” ist einigen von euch vielleicht noch ein Begriff. Einigen konnte er möglicherweise noch im Rahmen des Forums mit seinem breitgefächerten Know-How helfen. Er schuf einen Meilenstein der deutschen Cannabis-Geschichte und prägte damit unsere Netzkultur in einer frühen Phase des Internets.

Dr. Knospe
Der Betreiber und Administrator Dr. Knospe war stets bereit Usern mit ihren Problemen zu helfen

Ich hatte kürzlich die Möglichkeit mit einem früheren Moderator zu sprechen, der dem ehemaligen Administrator “Knospe” nah stand. Er gewährt uns in einem Interview spannende Einblicke in die Vergangenheit des ersten deutschen Cannabis-Forums (die Hanfburg gab es bereits Jahre vor dem amerikanischen icmag.com-Forum), welches zuletzt mehr als 20.000 deutsche User hatte. Im Mai/Juni 2018 ging das Forum aus verschiedenen Gründen offline, doch jetzt gibt es exklusiv auf CannabisBlog.eu spannende Neuigkeiten zur Zukunft der Hanfburg!

Das Hanfburg-Interview

GD420: Ich grüße dich! Danke, dass du dir die Zeit nimmst. 

Welche Position hattest du im Hanfburg-Forum?

Hallo! Gerne. Ich war anfangs Moderator, später aber auch Admin/Tech Admin.

Hanfburg Forenübersicht
Die frühere Forenübersicht

GD420: Wie kam es zur „Gründung“ vom Hanfburg-Forum?

Das ist wirklich lange her. Zur Gründung kam es 1998 deswegen, weil das Internet tatsächlich noch Neuland und spannend war und es einfach kaum zugängliche Informationsquellen zum Thema Cannabis-Anbau gab. 

Die erste Version vom Forum war noch ein BBS-Board, also quasi eine Mailingliste.

Dann folgte die erste richtige Forensoftware und Google kam langsam in die Gänge. Dadurch ist das Hanfburg-Forum/Board extrem schnell gewachsen.

GD420: Was sind die Hintergründe vom Hanfburg Cup? Seit wann fand er in welchem Rahmen statt?

Der Hintergrund war, sich mit den Ergebnissen von Homegrows anderer User aus dem Forum richtig wegzu**** 😉 

Ganz zu Anfang ging es los mit einem Foren-Usertreffen auf einem Campingplatz in den Niederlanden. Daraus entwickelte sich dann der Hanfburg Cup. Das ging im Jahr 2002 los. So etwas gibt es wohl immer noch. Ich bin seit 2006 raus aus der deutschen Cannabis-Szene. 

Der Hanfburg Cup hatte zu seiner besten Zeit circa 20 Teilnehmer in den Kategorien “Indica”, “Sativa” und “Hash”. Damals ging es auch langsam los mit Eis- und Butanextraktionen. Der größte Hanfburg Cup war der 10-jährige im Jahr 2012.

GD420: Ich würde mir sehr gerne die alten Daten aus dem Forum anschauen und teilweise veröffentlichen. Es wäre doch schade, wenn ein Stück deutscher Cannabis-Kultur verloren gehen würde. Ist das möglich?

Ja. Und nein. Es ist kompliziert an die Daten zu kommen, sehr zeitaufwändig und möglicherweise sogar mit Kosten verbunden. Aber wenn der “richtige Zeitpunkt” eines Tages gekommen ist, werde ich mich darum kümmern und sie dir zukommen lassen.

GD420: Was ist mit der treibenden Kraft hinter dem Hanfburg-Forum, Dr. Knospe, passiert?

Sebastian ist 2006 verstorben.

Dr. Knospe - der Gründer des Hanfburg Forums
RIP Dr. Knospe – Sebastian vor einigen Outdoor-Pflanzen

GD420: Wieso konnte das Forum nicht am Leben gehalten werden?

Weil Sebastian gestorben ist. Er hat das ganze finanziert. ER WAR die Hanfburg.

Und er hätte sich auch notfalls für die Hanfburg in den Knast gesetzt.

Es gab niemanden, der das wollte, beziehungsweise konnte. 

Keine Ahnung, wie lange er es noch durchgehalten hätte. Nachdem das Internet nicht mehr so ganz Neuland war, fing es mit Abmahnungen an.

Geklaute Bilder, Beleidigungen und so weiter. Das Forum zu moderieren war ein enormer Akt und fraß viel Zeit.

Dazu kam die rechtliche Lage. Die, die das Forum zuletzt betrieben haben, saßen immer mit einem Bein im Knast. Nachdem der Server dann seinen recht sicheren Standort verlassen musste, wurde es abenteuerlich. Mit dem Resultat, dass keine physische Gewalt mehr über den Server vorhanden war.

Sprich: Es war nicht mehr möglich, die Platten mit einem Defibrilator zu bearbeiten 😉

GD420: Wurde die Genetik (zB. die Jack Flash Selektion “Jaggen”) von Dr. Knospe und vom Grünen Hessen (Sorte: “Grüne Hessin”) gesichert?

Ich gehe schwer davon aus.

Notiz: Von einem anderen ehemaligen User habe ich erfahren, dass beide Genetiken noch vorhanden sind. Es gab/gibt folgende Hanfburg-Clone-Only-Strains: Jaggen, Grüne Hessin, New Zealand, BooM!, Rhöner Dröhner und Blueberry Yum.

Die Story zur New Zealand: Ein User war im Urlaub in Neuseeland und rauchte sich durch das Buschweed des Landes. Ein ganz besonderer Batch war voll mit Samen. Diese wurden nach Deutschland gesendet um aus ihnen dann die New Zealand zu selektieren.

GD420: Gibt es Pläne für die Zukunft?

Ja. Die aktuelle politische Entwicklung in Sachen Cannabis-Anbau gestaltet sich sehr positiv.

Sobald der Anbau von Cannabis in Deutschland entkriminalisiert ist, wird dieses Forum in vollem Umfang an den Start gehen.

Natürlich den gesetzlichen Vorgaben entsprechend.

GD420: Vielen Dank! Das wird ja spannend.

Ich werde euch natürlich auf dem laufenden halten und umgehend auf dem Blog berichten sobald die Hanfburg wieder aufgebaut ist. Solange könnt ihr meine Instagram-Story im Auge behalten. Habt ihr noch altes Fotomaterial aus Hanfburg-Zeiten? Sendet es gerne an info@cannabisblog.eu

Danke auch an @illo.seeds für seine Hilfe und das Bereitstellen einiger Bilder! Er arbeitet auch heute noch unter anderem mit den alten Hanfburg-Genetiken.

Rauchige Grüße

GD420

Momentan bekommt ihr im Drehmoment-Headshop 10% Rabatt mit dem Code: germandank

420 – Four Twenty – Der Ursprung einfach erklärt

420″ – Eine Uhrzeit, ein Datum und ein Teil der Cannabis-Kultur!
Ich schaue auf mein Smartphone und es ist 16:20 Uhr. Ruckartig drehe ich mich zu meinem Kumpel um und frage: “4:20! Einen rauchen?”
Wieso das so ist und weshalb viele Kiffer am 20. April aufgeregt sind – dazu jetzt mehr
!

Time to smoke!

4/20 – dieses kulturelle und numerologische Phänomen wirft natürlich die Frage auf woher der Brauch kommt, sich um 16:20 Uhr zu treffen um gemeinsam 🥦 zu rauchen und wieso am 20. April gemeinsam geraucht und für die Legalisierung demonstriert wird. Auch in meinem Insta-Usernamen @germandank420 kann man die drei Zahlen mehr als offensichtlich wiederfinden und sie sind für mich zu übersetzen mit Canna-Culture pur!

Demonstranten beim "420 Day" In Berlin
Demonstranten beim “420 Day” In Berlin, Quelle/Credit: rbb-Abendschau vom 20.04.2023

Wieso 420? History!

Laut einem Artikel vom San Francisco Chronicle aus dem Jahr 2017 (zuletzt geupdated 2018) ist die Geschichte hinter “4:20” auf eine Gruppe High-School-Schüler aus den 70er Jahren zurückzuführen.

Sie gaben sich selbst den Namen “die Waldos” (the Waldos). Sie sollen im Jahr 1971 eine mysteriöse Schatzkarte bekommen haben, die zu einem endlosen Vorrat 🥦 führen sollte.

Louis Pasteur “420” Statue vor der San Rafael High School in Northern California, Quelle/Credit: MrEricSir.com, Blog-Beitrag vom 5. Juli 2019

Die Schüler der San Rafael High School sollen in den Korridoren zueinander “420 Louis” gesagt haben. Das soll so viel bedeutet haben wie: “Wir treffen uns um 4:20 pm an der Louis Pasteur Statue vor der Schule!” Von dort aus suchten sie regelmäßig nach dem sagenumwobenen Cannabis-Schatz und trafen sich Tag für Tag. Die Schatzkarte soll ursprünglich von einem Grower weitergereicht worden sein, der laut des Artikels vom Chronicle für sich und seine Freunde Cannabis anbaute. So eine Story ruft doch nach einem Joint und einer im Hintergrund laufenden Grateful Dead Schallplatte.. Tatsächlich tourte einer der “Waldos” später mit der Band als Roadie durch die USA. So soll sich “420” dann nach und nach in den Vereinigten Staaten verbreitet haben.

420 heute

Die “Waldos” fanden natürlich nie den riesigen Cannabis-Schatz zu dem die Karte führen sollte. Der Ausdruck “420” ist jedoch bis heute ein bekannter Ausdruck innerhhalb der Cannabis-Community und Teil der modernen Gegenkultur.

420 Demo am Brandenburger Tor in Berlin, 20. April 2023
“420 Day” Demo am Brandenburger Tor in Berlin, 20. April 2023.

Um 16:20 Uhr wird sich unter Kiffern “Happy 4:20” gewünscht. Am 20. April (nach englischer Schreibweise wird das Datum “4/20” geschrieben) wurde auch kürzlich mit bis zu 500 Menschen in Berlin, am Brandenburger Tor demonstriert. In diesem Rahmen trat unter anderem die 187 Strassenbande vor den Demonstranten auf. Richter Müller war am Schreien und einige andere Redner kommentierten die aktuelle, politische Lage.

Am 20. April finden auf der ganzen Welt, Jahr für Jahr, zahlreiche Events rund um unsere Lieblingspflanze statt – so leben die Geschichte der “Waldos” und “420” weiter! Ob als Uhrzeit, Tag oder nette Erinnerung – 420! Man kann auf jeden Fall sagen, dass dieses Phänomen aus der Cannabis-Kultur nicht mehr wegzudenken ist.

Rauchige Grüße und always happy 4:20!

GD420

S/O und Big Ups an Vince! Hier geht es zu einem YouTube-Video von seiner Rede vom 20.04.23 im Rahmen des “420 Day” am Brandenburger Tor

#Legalisierung #EntkriminalisierungSofort #Cannabis #420 #GermanDank420

© 2024 Cannabisblog.eu

Theme von Anders NorénHoch ↑