Schlagwort: Cannabis Blog

ICBC Berlin 2023 – Juicy Fields – Ein unvergessliches Interview

In diesem Jahr konnte ich an der ICBC (International Cannabis Business Conference) Berlin 2023 teilnehmen. Am 29. und 30. Juni 2023 trafen sich im Estrel Hotel in Berlin Neukölln (Deutschlands größtem Hotel) mehr als 5000 Teilnehmer und 400 Aussteller aus mehr als 80 Ländern. Auf der ICBC, Europas ältesten und größten Cannabis-B2B-Messe, tummeln sich jährlich Experten, Unternehmer, Interessenvertreter und Investoren aus der schnell wachsenden Cannabis-Industrie. In diesem Jahr hat sich jedoch ein Cake-Thrower unters Volk gemischt und sorgte für großes Aufsehen. CannabisBlog.eu war für euch live dabei!

CannabisBlog.eu – ICBC Berlin 2023

Mein erster Messetag fing sehr entspannt an. Gegen 9:30 Uhr fuhr ich zuhause los. Ich war gespannt auf eine Veranstaltung, von der ich bis dahin nur gelesen und gehört habe. Auf dem Weg zum Estrel Hotel in Berlin Neukölln, dem Veranstaltungsort der ICBC, frühstückte ich in einem türkischen Cafe an der Sonnenallee und ging danach zum Eingang des Hotels.

Wake & Bake mit Ed Rosenthal

Vor der “Berlin Cannabis Week” (Full Moon Sesh Berlin, Mary Jane Berlin & ICBC Berlin) hatte ich mich bereits mit Ed Rosenthal für den ersten Tag der Konferenz verabredet. Ich hatte ihn vor einigen Jahren schon kurz in Berlin kennenlernen dürfen. Ed ist einer der am längsten bekannten Cannabis-Grower, der auch als Autor, Herausgeber, Journalist und Aktivist tätig war. Meine Aufregung wurde mir bereits genommen, als ich von Ed am Ufer der Spree unterhalb des Estrel Hotels in Empfang genommen und mit einem Joint begrüßt wurde.  Wir unterhielten uns über seinen ersten Aufenthalt in Amsterdam, seine Bekanntschaft mit Wernard Bruining und Old Ed und einige andere interessante Dinge (dazu in einem anderen Beitrag mehr). Ed Rosenthal war mir gegenüber zuvorkommend, großzügig und sehr humorvoll.

Foto von GD420 und Ed Rosenthal während der ICBC Berlin 2023
Gemeinsam mit Ed Rosenthal in den Tag starten.
Am Ufer der Spree vor dem Estrel Hotel in Berlin Neukölln

Juicy Fields zu Besuch bei der ICBC Berlin 2023?

Nach unserem Gespräch gingen wir gemeinsam zum Eingang des Hotels und wollten uns auf den Weg zu den Ausstellern der ICBC machen. Vor dem Eingang wurde ich von einem chromfarbenen Lamborghini Aventador SVJ Roadster abgelenkt, der dort stand, wo normalerweise Taxen hielten, um Hotelgäste einzusammeln oder abzusetzen. Dieses spezielle Modell wurde lediglich 800 Mal gebaut. An den Seiten des Sportwagens waren amateurhaft ein Juicy Fields Schriftzug und ein QR-Code zur JF-Website neben den Worten “Hasta La Vista, Baby” (Ein Zitat aus Terminator 2) angebracht.

Lamborghini Aventador SVJ Roadster mit Juicy Fields Schriftzügen und QR-Codes beklebt vor dem Eingang des Estrel Hotels, dem Veranstaltungsort der ICBC Berlin 2023
Lamborghini Aventador SVJ Roadster mit Juicy Fields Schriftzügen und QR-Codes beklebt vor dem Eingang des Estrel Hotels, dem Veranstaltungsort der ICBC Berlin 2023

Um das Luxusauto tummelten sich Leute, die Fotos und Videos machten. Einige Männer konnte ich auch als Fahrer und Entourage identifizieren. Ich fing an Fotos und Videos aufzunehmen und wurde währenddessen von einer schwedischen Dame angesprochen, die mich fragte, ob ich wissen würde, was das für ein Auto sei und was hinter dem Juicy-Fields-Fall steckt.

Kurze Erklärung des Juicy Fields Falls

Reich werden mit Cannabis. Das war das Versprechen, das die Onlineplattform Juicy Fields ihren Nutzern, den sogenannten “E-Growern”, gab. Viele vertrauten der jungen Firma, mit der Gewinne von über 100% im Jahr möglich gewesen sein sollten, und verloren im schlimmsten Fall ihre gesamten Ersparnisse. 

Screenshot der Juicy Fields Website, Stand 12. Juli 2023, 12:00 Uhr - Artikel: ICBC Berlin 2023
Screenshot der Juicy Fields Website, Stand 12. Juli 2023, 12:00 Uhr

Die 2020 gegründete Firma, die auf einem Schneeballsystem (engl. ponzi scheme) mit Exit-Scam aufbaut/e trat seit 2021 weltweit, aggressiv auf den größten Messen, die die Cannabis-Welt zu bieten hat, als Sponsor in Erscheinung. 

Juicy Fields arbeitete auch mit Cannabis-Firmen, Rappern und Influencern eng zusammen, war aktiv in Telegram-Gruppen und rekrutierte so viele potenzielle “E-Grower” für die schnell wachsende Internet-Plattform. 

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Money Money Green von Veysel & Alan Glanse, der laut seinem LinkedIn-Profil immer noch CEO von Juicy Fields ist, Quelle: YouTube

Es wird aktuell von einem Schaden in Höhe von mindestens mehreren Hundert-Millionen Euro, verteilt auf über 500.000 Anleger ausgegangen. Andere Zahlen liegen sogar im Milliardenbereich. Ob man es glaubt oder nicht: Die Juicy Fields Website ist momentan wieder aktiv. Der Großteil des bereits verlorenen Geldes wird vermutlich nicht mehr auftauchen.

Der Tortenwurf – Happy, Happy Birthday – ICBC Berlin 2023

Es stellte sich heraus, dass es sich bei der schwedischen Frau, die mich beim Fotografieren des Autos ansprach, um Nina Jansdotter handelte. Sie begleitete Lars Olofsson, der neben ihr vor dem Eingang des Hotels stand und das Auto beobachtete. Lars Olofsson ist ein schwedischer Anwalt, der laut seiner eigenen Aussage mehr als 1500 Juicy-Fields Kläger vertritt, die Verluste durch Investitionen in Juicy Fields erlitten haben sollen.

Olofsson habe sich auf Betrugsfälle im großen Stil spezialisiert. Neben den beiden stand ein Opfer des Juicy Fields Scams, Daniel Johansson, der später noch eine Rolle spielen wird.

Ich hatte mich zuvor nur oberflächlich mit dem Thema befasst, stellte mich jedoch ohne lange zu überlegen freundlich vor und fragte, ob es möglich sei, mit Lars Olofsson ein Interview zu führen. Er sagte zu und wir setzten uns in die Hotel-Lobby. Kurz darauf startete ich die Tonaufnahme.

11:45 Uhr – Beginn des Interviews

Beginn des Interviews mit Lars Olofsson

10 Minuten nachdem Olofsson anfing darüber zu sprechen, warum er an diesem Tag vor dem Hotel, in dem die ICBC stattfand, erschien und weshalb er an der Konferenz nicht teilnehmen durfte, tauchte hinter ihm ein junger, schlanker Mann mit einem Karton auf dem Arm auf.

11:55 – Tortenwurf

Unterbrechung des Interviews durch den Anfgriff

Der Cake-Thrower öffnete den Karton und drückte Lars Olofsson eine Sahnetorte mit einem Durchmesser von circa 40 cm in sein Gesicht. Zeitgleich rief der junge Kerl so etwas wie “Happy B-Day to you”. Olofsson und ich saßen für einen Moment geschockt am Tisch. Dann stand er auf und bäumte sich vor dem Cake-Thrower auf. Der schien erst in diesem Moment zu realisieren, dass der große, breitschultrige Anwalt mit den strahlend blauen Augen, der in einem früheren Leben bei der schwedischen Marine war, alles andere als erfreut reagierte.

11:56 – Verfolgung durch die Hotel Lobby

Lars Olofsson verfolgte den Cake-Thrower erfolglos durch die Hotel Lobby.

Der Cake-Thrower sprintete davon. Lars Olofsson verfolgte ihn durch die Hotel-Lobby, rief anderen Hotelgästen und Konferenz-Besuchern hinterher, dass sie ihn aufhalten sollen, doch der junge Angreifer entkam.

Ich wartete geschockt an dem Tisch, an dem wir das Interview aufgenommen hatten. Der Boden lag voll mit Sahne und Kuchenstücken, die Aktentasche und das Handy des Anwalt lagen noch vor mir.

Lars Olofsson nach dem Tortenwurf in der Lobby des Estrel Hotels während der ICBC Berlin 2023
Lars Olofsson nach dem Tortenwurf in der Lobby des Estrel Hotels während der ICBC Berlin 2023

Nach einigen Minuten kamen Nina Jansdotter, Daniel Johansson und der mit Sahne verschmierte Lars Olofsson auf mich zu. Kurz darauf fuhren auch 3 Polizeibeamte vor, bei denen der schwedische Anwalt eine Anzeige aufgab.

Polizisten und ein Mitarbeiter von Kuhr-Security mit Lars Olofsson während der Befragung während der ICBC Berlin 2023
Polizisten und ein Mitarbeiter von Kuhr-Security mit Lars Olofsson während der Befragung

12:23 – Der Lamborghini verschwindet

Ich verließ die Gruppe, weil ich vor der Tür Fotos machen wollte. Die Beamten schienen nicht ganz verstanden zu haben, weshalb sich ein schwedischer Anwalt während einer Cannabis-Konferenz in Berlin aufhielt. Vor dem Estrel Hotel wurde der Lamborghini bereits umgeparkt und war kurz darauf weg.

Mein letztes Foto von Lamborghini Aventador SVJ Roadster bevor er weggefahren wurde - vor dem Estrel Hotel in Neukölln
Mein letztes Foto von Lamborghini Aventador SVJ Roadster bevor er weggefahren wurde.

Rechtliche Bewertung des Vorfalls auf der ICBC Berlin 2023

Zitat, Wikipedia: Rechtlich gesehen stellt ein erfolgreicher Tortenwurf eine Beleidigung dar. Bei einem Tortenwurf trifft die Beleidigung mit einer unmittelbar auf den Körper gerichteten Einwirkung zusammen („tätliche Beleidigung“). Somit liegt häufig – aber nicht notwendig – eine Körperverletzung vor, die in Tateinheit zur Beleidigung steht. Ein weiteres, mögliches Delikt könnte der Hausfriedensbruch sein.

Erst einmal durchatmen

Nach diesem ganzen Theater suchte ich mir einen Dönerladen an der Sonnenallee, um erst einmal Energie zu tanken. Ich kam langsam wieder zur Ruhe. Was ist da gerade passiert, fragte ich mich. War das eine Drohung von Juicy Fields oder anderweitig inszeniert?

Nur zwei Stunden später tauchte folgendes Video in einer Juicy Fields Telegramgruppe auf.

Das Video macht sich über den schwedischen Anwalt Lars Olofsson und den Kläger Daniel Johansson lustig und greift das Cake-Thrower Thema auf. Quelle: Telegram

Geld regiert die Welt

Als das Interview mit Lars Olofsson von dem Tortenwurf unterbrochen wurde, wollte er gerade über den möglichen Zusammenhang zwischen der ICBC und Juicy Fields sprechen. Über merkwürdige Sponsorings und über ein Netz von Firmen-Kooperationen.

Die öffentliche Debatte entwickelt sich meiner Meinung nach in eine ethische Richtung. Ist man dafür verantwortlich, einen Background-Check zu den Firmen zu machen, von denen man Geld annimmt? Oder dafür, dass man für Juicy-Fields unwissend Werbung geschaltet hat?

Wie schnell sich eine betrügerische Firma in einer noch so jungen Industriesparte breit machen kann, ist in meinen Augen beängstigend.

Ein Statement seitens der ICBC zu den Vorfällen und der vorausgegangenen Ausladung des schwedischen Anwalts, Lars Olofsson, würde mich interessieren.

Meiner Meinung ist zu diesem Zeitpunkt ein Fazit überhaupt nicht möglich. Solange in Deutschland nicht verurteilt wird, gilt die Unschuldsvermutung. Daher halte ich mich bedeckt, werde den ganzen Sachverhalt aber natürlich weiter verfolgen. Am zweiten Tag der ICBC setzte ich das Interview, bewacht von einem Security-Angestellten der ICBC fort. Ob wir beobachtet oder bewacht wurden, war mir nicht ganz klar.

Lars Olofsson im Interview mit CannabisBlog.eu - bewacht von einem Security-Angestellten
Am zweiten Tag der ICBC Berlin 2023. Bewacht von einem Security-Angestellten

Einige Tage später bedankte sich Lars Olofsson bei mir mit einem Video:

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Lars Olofsson am 7. Juli 2023 via YouTube. Verbal angegriffen wurde ich nicht, habe es zumindest nicht mitbekommen.

Forsetzung folgt

Welche Rollen die einzelnen Personen und Firmen haben, was hinter dem Tortenwurf steckt und was die sogenannten “Masterminds” hinter Juicy Fields als nächstes vorhaben, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Der Lamborghini war übrigens von einem Autohaus gemietet, aber, dass Juicy Fields es versteht, sich effektiv in Szene zu setzen, sollte spätestens seit der verrückten Spannabis-Party im vorherigen Jahr klar sein. Wenn ihr Lust habt, euch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, kann ich euch diesen Film vom ZDF, genau wie den Podcast Cannabis Cowboys empfehlen.

Während meiner Zeit bei der ICBC Berlin 2023 hatte ich natürlich auch tolle Momente und Begegnungen, auf die ich noch in den folgenden Beiträgen zurückkommen werde. 

Auf einige Aspekte kann ich zum jetzigen Zeitpunkt, aufgrund der Unschuldsvermutung, nicht eingehen.

It’s a well-known fact that tall people are evil. ~ Kevin Hart

Schreibt bei Fragen und Anmerkungen gerne in die Kommentare und abonniert den Cannabis Blog Newsletter, damit ihr in der Zukunft keine Beiträge mehr verpasst!

Rauchige Grüße

GD420


Mary Jane Berlin 2023: Die Schattenseiten Deutschlands größter Cannabismesse

CannabisBlog.eu – Ein Kommentar – Wie jedes Jahr besuchte ich auch in diesem Jahr die Mary Jane Expo in unserer Hauptstadt Berlin. Vom 23. bis zum 25. Juni 2023 präsentierten sich zahlreiche Vertreter der Cannabis-Industrie auf dem Gelände der Arena in Berlin Kreuzberg. Überschattet wurde das ganze von wirklich traurigen Vorfällen. Warum ich den Veranstaltern der Mary Jane Berlin vorwerfe, keine angemessene Haltung eingenommen und nicht verantwortungsvoll gehandelt zu haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der erste Tag auf der Mary Jane Berlin 2023

Gegen 11:00 Uhr traf ich mich mit einem alten Freund aus Amsterdam auf einen Kaffee am Schlesischen Tor. Es regnete stark, wir versuchten noch alternativlos in einer Apotheke einen Regenschirm zu kaufen (…) und machten uns danach auf den Weg zum Messegelände.

Als wir ankamen, traf ich meine Bekannten, die mich während des Messebesuchs mit Kameras begleiten sollten. Wir stellten uns an und einige Minuten später waren wir in der Messehalle (Arena). Ich sprach mit einigen Händlern und Marken-Vertretern, führte ein kurzes Interview für eine laufende Recherche und anschließend suchten wir ziemlich lange nach einem freien Sitzplatz zum Rauchen.

An diesem Tag ignorierte ich so gut es ging all die fragwürdigen Stände mit verschiedensten Konsumartikeln, die meiner Meinung nach auf so einer Messe nichts verloren haben sollten. Irgendwie kam mir das ganze vor wie eine Szene aus Thailand in einer Marijuana Mania Folge.

HHC-Produkte wohin das Auge reicht

Notiz: Was ist HHC? HHC ist ein sehr wenig erforschtes und relativ neu entdecktes Cannabinoid, das zwar ähnlich wie THC wirken kann, aber teilweise gefährliche Risiken und nicht einschätzbare Nebenwirkungen mit sich bringt.

HHC ist nicht nur meiner Meinung nach ein Produkt der Prohibition. Die simple Denkweise der jeweiligen Unternehmer muss sich wie folgt gestalten: 

“THC ist in Deutschland nicht legal? Hmm, dann lass uns schauen, was wir sonst noch auf den Markt schmeißen können was ballert, um schnell und einfach Geld zu verdienen.” 

Diese Art von Businessmodellen wirft zwangsläufig einen großen, dunklen Schatten auf die Legalisierungsdebatte und ist absolut kontraproduktiv.

Wieso gab es auf dem gesamten Messegelände der Mary Jane keinen Infostand? Wieso wurden solche Händler überhaupt zugelassen? Aber das war nur der Anfang..

The High Company – THC

Quelle: Instagram-Seite von “The High Company”

Vor einigen Tagen schickte mir Florian Söllner, Pressesprecher vom CSC Nbg. e.V. einen offenen Brief des Clubs, adressiert an die Veranstalter der Mary Jane Berlin. Es geht in dem Brief hauptsächlich um eine Firma namens “The High Company” (abgekürzt THC, thehighcompany.eu) die auf der Messe ausstellen durfte und zahlreiche essbare und rauchbare Produkte angeboten hat. Laut einer stolzen Aussage eines Mitarbeiters der Firma sei es ein Geniestreich, den Schriftzug THC als Markennamen benutzt, auf der Vorderseite all ihrer Produkte platziert zu haben. Lediglich auf der Rückseite, in sehr kleiner Schrift, wird ersichtlich, dass kein THC, sondern nur HHC enthalten ist.

Produktbild von The High Company - Mary Jane Berlin
Ein essbares Produkt des Herstellers
Quelle: thehighcompany.eu

Das ist meiner Meinung nach fahrlässige Konsumententäuschung, ohne Wenn und Aber! Scheinbar ist es so, dass die tschechische Firma The High Company (die Website wird in den Niederlanden gehostet) außerdem keine gültige VAT Nummer besitzt, um in Deutschland überhaupt Geschäfte machen zu dürfen. Wenn man sich die Mühe macht, nach dem Firmensitz von “The High Company” zu suchen, wird schnell klar, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Wurde hier kein Background Check gemacht? 

An diesem Punkt möchte ich kurz anmerken, dass neben The High Company natürlich auch weitere Händler und Firmen mit HHC Produkten in diesem Jahr auf der Mary Jane vertreten waren. Der Eindruck eines unkontrollierten Marktplatzes ohne jegliche Haltung seitens der Veranstalter war allgegenwärtig.

MJ Berlin 2023 – Samstag – 24. Juni

Der Samstag ist traditionellerweise und den Umständen geschuldet der am meisten besuchte Messetag. Voll war es immer, aber dieses Jahr konnte nicht mehr von einem “von Stand zu Stand gehen” die Rede sein. Es war maßlos überfüllt. Der Outdoor-Bereich hatte eindeutig zu wenige Schattenplätze. Das Security-Personal war mit den Menschenmengen offensichtlich überfordert. 

Am 24. Juni. hatten wir in Berlin-Kreuzberg tagsüber Höchsttemperaturen von 32 Grad Celsius im Schatten. Tap Water? Nein. Die scheinbar seit Jahren immer gleichen Musik-Acts brachten dann doch gute Stimmung in das ganze Geschehen. Ein Bekannter von mir verteilte an diesem Tag mit seiner Freundin Flyer für sein eigenes kleines Cannabis Startup-Unternehmen auf der Messe. Als sie am Rand des Innenbereiches der Arena zwei Jungs entdeckt haben (beide circa 21 Jahre alt) die zusammengekauert auf dem Boden saßen, hat mein Bekannter sie angesprochen und gefragt, was los sei. Sie hätten an einem Stand angebliches “CBD-Weed” als Bongkopf zubereitet bekommen, gratis. Daraufhin hatten beide relativ schnell extreme Kreislaufprobleme und aufkommende Übelkeit.

Der letzte Tag auf der Mary Jane 2023 – Ein Appell

Am dritten Messetag bin ich nach einigen Terminen zeitnah wieder nach Hause gefahren. 

Das Thema war für mich gegessen. Seitdem die Arena in Berlin-Kreuzberg als Veranstaltungsort dient, hat sich meiner Meinung nach ein drastisches Ungleichgewicht entwickelt. 

Die Leistung des Veranstalters wurde (für uns Besucher) wohl kaum ersichtlich erweitert. Auf der anderen Seite kommen von Jahr zu Jahr immer mehr Gäste und Aussteller. Wir befinden uns momentan praktisch im Boom der deutschen Cannabis-Legalisierung. Besonders in dieser Zeit ist es wichtig, eine klare Stellung einzunehmen, eine Haltung zu haben und allem voraus sauber zu arbeiten.

Ich persönlich habe keine Lust darauf, dass die Summe all der Dinge, die in den letzten Monaten in der Öffentlichkeit und hinter verschlossenen Türen passiert sind, dazu führen, dass sich der Legalisierungs-Prozess unnötig in die Länge zögert. 

Die Mary Jane Berlin hat die Möglichkeit, ein einflussreicher Teil der deutschen Cannabis-Kultur zu sein. Ich hoffe auf eine komplett neue Mary Jane Berlin im folgenden Jahr. Fehler passieren täglich, es gilt jetzt daraus zu lernen und die nötigen Wege zu gehen, dass sie zukünftig nicht mehr passieren werden. 

Der CSC Nbg. e.V. hat übrigens eine Petition zu dem HHC-Thema ins Leben gerufen und die Antwort der Mary Jane Veranstalter auf den offenen Brief angehängt.

Habt ihr dieses Jahr die Messe besucht? Wie war euer Eindruck? Schreibt gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag!

Rauchige Grüße 

GD420

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Swabian Extracts – Ein Interview mit dem deutschen Grower und Hashmaker

Der in Spanien lebende Schwabe, Grower und Hashmaker Swabian Extracts lässt spätestens seit diversen Cup-Platzierungen die Herzen deutscher Cannabis-Cannasseure höher schlagen. In der Social-Media-Welt hält sich der Cannabis-Aficionado eher bedeckt. Ich hatte jedoch kürzlich die Möglichkeit ein interessantes Gespräch mit dem deutschen Extraction-Artist zu führen, während der Duft von Kush Mints und Jokerz in der Luft lag.

Swabian Extracts im Interview mit CannabisBlog.eu

GD420: Ich grüße dich! Magst du dich für die, die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen?

Swabian Extracts(SE): Hallo! Die meisten kennen mich unter dem Namen Swabian. Ich komme ursprünglich aus dem Stuttgarter Raum, lebe und arbeite zur Zeit jedoch in Spanien.

GD420: Wir kommen gleich dazu, was du genau in Spanien machst. Wann hattest du deine erste Berührung mit Cannabis und wie kam es dazu?

Growen war noch weit entfernt..

SE: Das hat bei mir relativ typisch angefangen, würde ich sagen. Ich habe mit circa 15 Jahren das erste Mal mit Freunden Gras probiert und so ein Jahr später wurde dann schon fast täglich geraucht. Growen und so weiter war damals aber noch weit entfernt.

GD420: Kannst du erklären, woraus deine Arbeit in Spanien genau besteht? Ich bin auf dich aufmerksam geworden, als ich Platzierungen bei Cups in diesem und im letzten Jahr von dir gesehen habe.

SE: Die Arbeit hier unten besteht hauptsächlich aus dem Anbau von Cannabis, dem Waschen von Hash und der Produktion von lösungsmittelfreien Extrakten. Hauptsächlich Live Rosin und ab und zu auch ein wenig Full Melt Hash.

Cannabis selber anbauen

GD420: Seit wann baust du selbst an und wieso hast du dich dazu entschlossen?

SE: Selbst angebaut wird, seit es die Wohnsituation in Deutschland zugelassen hat. Das war circa 2009. Ein großer Grund war auch damals, dass man Mitte der 2000er Jahre in Deutschland massive Probleme mit gestrecktem Gras hatte. Zu dieser Zeit haben auch schon zwei Freunde von mir selbst angebaut. Auch das hat mich nochmals motiviert, weil deren Qualität doch schon relativ gut war für diese Zeit.

Frisches Live Rosin, Swabians Fotosammlung

Die eigenen Extrakte

GD420: Seit wann extrahierst du dein eigenes Material? Wie sahen die Anfänge aus?

SE: Ich habe relativ kurz nach meinem ersten Grow damit angefangen, den eigenen Trim zu waschen. Aber anfangs habe ich alles noch sehr einfach gehalten mit dem Camping Washer und natürlich gab es damals auch noch keine Freeze Dryer. Seit ungefähr fünf Jahren wasche ich jedes Mal meine komplette Ernte.

GD420: Wie hast du dir das nötige Wissen in diesem speziellen Bereich angeeignet?

SE: Das meiste habe ich damals tatsächlich über Youtube gelernt. Bubbleman und auch Frenchy Cannoli wären da zu erwähnen. 

Heutzutage gibt es guten Content zu dem Thema auf YouTube unter anderem von LowTemp Industries oder auch GoPurePressure.

Während der Spannabis gibt es in Barcelona immer einige Workshops von teilweise ziemlich bekannten Hashmakern, an denen man teilnehmen kann, wenn man ein bisschen tiefer in die Materie eintauchen möchte.

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Fresh Frozen Demo von LowTemp Industries

GD420: Wieso konzentrierst du dich bei der lösungsmittelfreien Extraktion auf „Live Rosin“?

SE: Live Rosin wird aus frisch geernteten Pflanzen hergestellt (FreshFrozen). Diese werden nach der Ernte innerhalb kürzester Zeit eingefroren. 

Es ist eine ewig lange Diskussion bezüglich Live Rosin vs. Rosin.

Also Rosin, das aus Hash hergestellt wurde, bei welchem die Plants zuvor erst getrocknet wurden, kann von genauso hoher Qualität sein.

Die Terps vom Hash und  auch des Rosins sind bei FreshFrozen grundsätzlich stärker und auch die Farbe des Endprodukts ist meist ein wenig heller. 

Über den Effekt kann man ebenso lange debattieren. Ich persönlich bin der Meinung, dass Hash (und daraus dann Rosin), das aus gut angebauten (organisch bevorzugt) Flowers, welche schonend über 10-14 Tage getrocknet wurden, hergestellt wird, den stärksten Effekt hat, der auch am längsten anhält.

Aber der Markt momentan favorisiert hauptsächlich Live Rosin und FreshFrozen Hash und natürlich ist es für die meisten Grower und Hashmaker auch vom Platz- und Zeitmanagement her einfacher, vor dem Extrahieren nicht erst seine ganze Ernte trocknen zu müssen.

Extract-Competitions

GD420: Magst du erzählen, an welchen Cups du bisher mit deinen Extrakten teilgenommen hast?

Credit: @macrohuana for Full Moon Sesh Madrid 2022

SE: Seit 2020 habe ich diverse Male am „Masters Of Rosin“, der „Full Moon Sesh“, dem „EGO Clash Barcelona“ und der „Secret Sesh Barcelona“ teilgenommen. Hervorzuheben sind der zweite Platz bei der Full Moon Sesh in Madrid (2022) und der erste Platz bei der Secret Sesh in Barcelona (2023). Beide Male mit Live Rosin (genau wie die Entries bei den anderen Competitions).

Aktuelle Favoriten

GD420: Hast du eine Lieblings Strain-Familie/einen Lieblingsstrain? Womit arbeitest du momentan am liebsten beim Hash-Waschen?

SE: Also zur Zeit ist Blueberry Tartz aus meiner eigenen Selektion mein Favorit. Der Cross ist Zkittlez x Blue Power, der Breeder ist Sin City Seeds und man hat sehr schöne Zkittlez aber auch Sour/Kush Terps. Außerdem auch Kush Mints (Rapid Hippy Cut). Einfach ein richtiger Top Strain in jeder Hinsicht.

Credit: @macrohuana for Full Moon Sesh Madrid 2022

Wenn man auf der Suche nach Top-Washern ist natürlich GMO, oder auch die meisten GMO Crosses.

Einer der besten Washer momentan in meinem Line-up ist jedoch Grapes and Cream, ein Cross aus Grape Pie und Cookies & Cream.

Gegenwart und Zukunft

GD420: Wieso bist du nach Spanien gegangen und würdest du sobald hier legalisiert/entkriminalisiert wurde zurückkommen?

SE: Mich hat die entspannte Gesetzeslage nach Spanien getrieben. Hier lässt es sich momentan noch um einiges entspannter arbeiten. 

Ja mal schauen wie es in Deutschland laufen wird und was es letztendlich für Möglichkeiten gibt. Es wäre auf jeden Fall sehr interessant, in einem legalen Rahmen in seinem Heimatland zu arbeiten, aber ja, schauen wir mal.

GD420: Dann also: German engineered & produced?

SE: Ja, das ist natürlich das Ziel.

Swabian grown – german engineered.

GD420: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.


Folgt Swabian auch auf Instagram. Ich freue mich besonders darauf, in Kürze die Extrakte von Swabian probieren zu dürfen. Interviews dieser Art machen einen riesigen Spaß. Es ist schön zu sehen, dass deutsche Extraction-Artists auf internationaler Ebene mithalten können. Ich bin gespannt, wie Swabian Extracts bei der Full Moon Sesh in Berlin abschneiden wird. Ich werde hier in Zukunft öfter Interviews mit interessanten Personen aus der Community führen. Stay tuned!

Schreibt bei Fragen oder Anregungen gerne in die Kommentare oder sendet eine Mail an info@cannabisblog.eu

Rauchige Grüße

GD420


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Die Hanfburg – Das erste deutsche Cannabis-Forum – NEWS – Interview

Das Hanfburg-Forum. Es war die Heimat vieler Cannabis-Enthusiasten in den frühen 2000er Jahren und eine der ersten Anlaufstellen für Informationen zum Thema Eigenanbau von Cannabis in Deutschland. Heute findet man bei Google zahlreiche Informationen, Instagram ist voll mit ihnen und sogar ChatGPT kann einem einiges erklären. All das war damals nicht vorstellbar.

Es war einmal ein Forum…

Der Gründer und frühere Administrator “Knospe” oder “Dr. Knospe” ist einigen von euch vielleicht noch ein Begriff. Einigen konnte er möglicherweise noch im Rahmen des Forums mit seinem breitgefächerten Know-How helfen. Er schuf einen Meilenstein der deutschen Cannabis-Geschichte und prägte damit unsere Netzkultur in einer frühen Phase des Internets.

Dr. Knospe
Der Betreiber und Administrator Dr. Knospe war stets bereit Usern mit ihren Problemen zu helfen

Ich hatte kürzlich die Möglichkeit mit einem früheren Moderator zu sprechen, der dem ehemaligen Administrator “Knospe” nah stand. Er gewährt uns in einem Interview spannende Einblicke in die Vergangenheit des ersten deutschen Cannabis-Forums (die Hanfburg gab es bereits Jahre vor dem amerikanischen icmag.com-Forum), welches zuletzt mehr als 20.000 deutsche User hatte. Im Mai/Juni 2018 ging das Forum aus verschiedenen Gründen offline, doch jetzt gibt es exklusiv auf CannabisBlog.eu spannende Neuigkeiten zur Zukunft der Hanfburg!

Das Hanfburg-Interview

GD420: Ich grüße dich! Danke, dass du dir die Zeit nimmst. 

Welche Position hattest du im Hanfburg-Forum?

Hallo! Gerne. Ich war anfangs Moderator, später aber auch Admin/Tech Admin.

Hanfburg Forenübersicht
Die frühere Forenübersicht

GD420: Wie kam es zur „Gründung“ vom Hanfburg-Forum?

Das ist wirklich lange her. Zur Gründung kam es 1998 deswegen, weil das Internet tatsächlich noch Neuland und spannend war und es einfach kaum zugängliche Informationsquellen zum Thema Cannabis-Anbau gab. 

Die erste Version vom Forum war noch ein BBS-Board, also quasi eine Mailingliste.

Dann folgte die erste richtige Forensoftware und Google kam langsam in die Gänge. Dadurch ist das Hanfburg-Forum/Board extrem schnell gewachsen.

GD420: Was sind die Hintergründe vom Hanfburg Cup? Seit wann fand er in welchem Rahmen statt?

Der Hintergrund war, sich mit den Ergebnissen von Homegrows anderer User aus dem Forum richtig wegzu**** 😉 

Ganz zu Anfang ging es los mit einem Foren-Usertreffen auf einem Campingplatz in den Niederlanden. Daraus entwickelte sich dann der Hanfburg Cup. Das ging im Jahr 2002 los. So etwas gibt es wohl immer noch. Ich bin seit 2006 raus aus der deutschen Cannabis-Szene. 

Der Hanfburg Cup hatte zu seiner besten Zeit circa 20 Teilnehmer in den Kategorien “Indica”, “Sativa” und “Hash”. Damals ging es auch langsam los mit Eis- und Butanextraktionen. Der größte Hanfburg Cup war der 10-jährige im Jahr 2012.

GD420: Ich würde mir sehr gerne die alten Daten aus dem Forum anschauen und teilweise veröffentlichen. Es wäre doch schade, wenn ein Stück deutscher Cannabis-Kultur verloren gehen würde. Ist das möglich?

Ja. Und nein. Es ist kompliziert an die Daten zu kommen, sehr zeitaufwändig und möglicherweise sogar mit Kosten verbunden. Aber wenn der “richtige Zeitpunkt” eines Tages gekommen ist, werde ich mich darum kümmern und sie dir zukommen lassen.

GD420: Was ist mit der treibenden Kraft hinter dem Hanfburg-Forum, Dr. Knospe, passiert?

Sebastian ist 2006 verstorben.

Dr. Knospe - der Gründer des Hanfburg Forums
RIP Dr. Knospe – Sebastian vor einigen Outdoor-Pflanzen

GD420: Wieso konnte das Forum nicht am Leben gehalten werden?

Weil Sebastian gestorben ist. Er hat das ganze finanziert. ER WAR die Hanfburg.

Und er hätte sich auch notfalls für die Hanfburg in den Knast gesetzt.

Es gab niemanden, der das wollte, beziehungsweise konnte. 

Keine Ahnung, wie lange er es noch durchgehalten hätte. Nachdem das Internet nicht mehr so ganz Neuland war, fing es mit Abmahnungen an.

Geklaute Bilder, Beleidigungen und so weiter. Das Forum zu moderieren war ein enormer Akt und fraß viel Zeit.

Dazu kam die rechtliche Lage. Die, die das Forum zuletzt betrieben haben, saßen immer mit einem Bein im Knast. Nachdem der Server dann seinen recht sicheren Standort verlassen musste, wurde es abenteuerlich. Mit dem Resultat, dass keine physische Gewalt mehr über den Server vorhanden war.

Sprich: Es war nicht mehr möglich, die Platten mit einem Defibrilator zu bearbeiten 😉

GD420: Wurde die Genetik (zB. die Jack Flash Selektion “Jaggen”) von Dr. Knospe und vom Grünen Hessen (Sorte: “Grüne Hessin”) gesichert?

Ich gehe schwer davon aus.

Notiz: Von einem anderen ehemaligen User habe ich erfahren, dass beide Genetiken noch vorhanden sind. Es gab/gibt folgende Hanfburg-Clone-Only-Strains: Jaggen, Grüne Hessin, New Zealand, BooM!, Rhöner Dröhner und Blueberry Yum.

Die Story zur New Zealand: Ein User war im Urlaub in Neuseeland und rauchte sich durch das Buschweed des Landes. Ein ganz besonderer Batch war voll mit Samen. Diese wurden nach Deutschland gesendet um aus ihnen dann die New Zealand zu selektieren.

GD420: Gibt es Pläne für die Zukunft?

Ja. Die aktuelle politische Entwicklung in Sachen Cannabis-Anbau gestaltet sich sehr positiv.

Sobald der Anbau von Cannabis in Deutschland entkriminalisiert ist, wird dieses Forum in vollem Umfang an den Start gehen.

Natürlich den gesetzlichen Vorgaben entsprechend.

GD420: Vielen Dank! Das wird ja spannend.

Ich werde euch natürlich auf dem laufenden halten und umgehend auf dem Blog berichten sobald die Hanfburg wieder aufgebaut ist. Solange könnt ihr meine Instagram-Story im Auge behalten. Habt ihr noch altes Fotomaterial aus Hanfburg-Zeiten? Sendet es gerne an info@cannabisblog.eu

Danke auch an @illo.seeds für seine Hilfe und das Bereitstellen einiger Bilder! Er arbeitet auch heute noch unter anderem mit den alten Hanfburg-Genetiken.

Rauchige Grüße

GD420

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Mein erster Homegrow – Was alles schief lief

Eine kleine Geschichte über den ersten Homegrow meines 18-jährigen Ichs, den deutschen Zoll und die niederländische Grenze. !! Ich erzähle hier nur eine Geschichte !!

Tagestrip nach Enschede

Alles begann im Jahr 2015, an meinem 18. Geburtstag. Ich war rebellisch und hatte Hummeln im Hintern.

Zwei Wochen nach meinem Geburtstag zog ich bei meinen Eltern aus, zu Lasten meiner lieben Mutter. Mit zwei Freundinnen als Mitbewohnerinnen waren wir also zu dritt, die Wohnung hatte jedoch vier Zimmer. Ab da ging die Post ab! Projekt: Erster eigener Homegrow!

Wir fuhren in der Regel jeden dritten Tag nach Enschede für einen Tagestrip. Ich rief einige Tage nach dem Umzug einen damaligen Freund an, dessen Freundin ein eigenes Auto hatte. Wir fuhren kurze Zeit später, an einem Donnerstagmorgen, von Bielefeld mal wieder in Richtung Niederlande. Das Thema Homegrow fand ich schon seit einer längeren Zeit spannend.

Coffeeshop Café Mix

Gegen Mittag kamen wir in Enschede in der Nähe des Bahnhofs an und gingen zum “Café Mix” (am Anfang der City-Route komme ich in Enschede immer am “Black Sea” vorbei; der erste Coffeeshop, den ich jemals betreten habe). 

Der Cofeeshop Café Mix von vorne, Quelle/Credit: Google

Das “Café Mix” ist ein Coffeeshop im französischen Eckcafé-Stil und existiert so auch heute noch. Damals saß der Budtender gegenüber der Bar am Fenster. Wie ein Gast, bloß an einem Tisch voller Weed und Hash, dominierte er mit seiner Präsenz den Innenraum des Coffeeshops und wirkte aus heutiger Sicht etwas verrucht. Wir kauften 5 Gramm Gras für ein paar Joints, tranken eine Fanta Cassis und unterhielten uns mit dem deutschen Barkeeper. Nach ein wenig Small Talk fingen wir an über Genetiken zu sprechen. Ich fragte ihn, ob er einen Tipp für mich hätte, wo ich in Enschede Samen kaufen und mich zum Thema Homegrow beraten lassen könne . Er nannte mir einen kleinen Laden in einer Gasse, nicht weit vom “Café Mix”.

Das erste Mal Samen kaufen

Als wir ankamen, hielt ich den Laden zunächst für ein Souvenirgeschäft. Bunt, geschmacklos und… tatsächlich eine Wand mit einer kleinen Samen-Auswahl. 

Weil mich das damalige Marketing von Royal Queen Seeds irgendwie gecatcht haben muss, kaufte ich einige ihrer Seed-Packs und ließ mich noch etwas beraten. Wir rauchten noch den letzten Joint auf und gingen wieder zum Auto, um uns auf den Heimweg zu machen.

Der Rückweg und meine Begegnung mit dem Zoll

Ich saß auf der Rückbank hinter dem Fahrersitz. Vor mir war dieser typische Sitzüberwurf mit Klettverschluss-Fächern für Spielzeug, um kleine Kinder während der Autofahrt zu beschäftigen. Eins dieser Fächer war kaputt. Ich schob also die Samen-Packungen durch die offene Naht in den Überwurf und machte die Tasche wieder zu. Fühlte sich irgendwie sicher an.

Einige hundert Meter hinter der Grenze entdeckten wir auf der rechten Seite einige KFZs des Zolls und der Bundespolizei. Wir wurden rausgewunken.

Mein Puls war von jetzt auf gleich am Rasen, ich fing an zu schwitzen. Bleib cool, dachte ich mir. Ich war alles in diesem Moment, aber nicht cool!

Ungefähr so müsst ihr euch die Situation vorstellen, Quelle/Bild: Presse Portal

Eine junge Frau vom Zoll kam erst an das Fahrerfenster und danach an meins. Ich kurbelte langsam, sehr langsam das Fenster herunter. Man muss mir die komplette Situation praktisch angesehen haben. 

Das einzige an was ich mich noch erinnern kann ist, wie ich einige Minuten später mit einem Polizeibeamten in einem Auto saß, um meine Personalien aufzunehmen. Die Samen wurden natürlich beim zweiten Handgriff gefunden.

Dann halt beim zweiten Anlauf

Zu diesem Zeitpunkt (Ich erinnere euch: frisch ausgezogen) war ich noch bei meinen Eltern gemeldet. So ergab es sich, dass die Wochen, bis der Brief von der Polizei kam, der reinste Horror waren. Letztendlich bekamen es meine Eltern mit. Sie besorgten mir einen Anwalt und ich musste im Nachhinein für den Besitz von 40 Samen einige Sozialstunden in einem örtlichen Flüchtlingsheim leisten.

Das hat mich nicht von meinem Vorhaben abgehalten. Ich bestellte einige Tage nachdem ich die letzten Sozialstunden geleistet habe im Webshop von Royal Queen Seeds einige Samen. Ich meine sogar die gleichen Strains, die ich auch ursprünglich in Enschede gekauft habe. Dazu kamen noch einige andere Sorten. Ich bestellte ausschließlich feminisiertes Saatgut. Über Themen wie Selektion und Stabilität habe ich mir zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken gemacht und es sollte möglichst einfach sein.

Mein erstes Setup

Die Samen kamen nach einigen Tagen sicher verpackt in einem Luftpolsterumschlag mit der Post an. In der Zwischenzeit hatte ich ebenfalls online eine Growbox mit den Maßen 1,20m × 1,20m bestellt. An die Höhe kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern. Sie war für den Anfang viel zu überdimensioniert und die Fläche wurde nicht vernünftig ausgeleuchtet.

In meinem lokalen Head-/Growshop bestellte ich ein analoges 400 Watt Vorschaltgerät, einen einfachen Reflektor und zwei passende Leuchtmittel. Eine Metallhalogenlampe für die Wachstumsphase und eine Natriumdampflampe für die Blüte. Die restlichen Teile für mein Setup kaufte ich nach und nach auf Amazon und im Gartencenter dazu, bis es irgendwann lief. Ich würde das ganze nicht einmal als semi-professionell einstufen, es war schlimm! 

Wo fand mein erster Grow seinen Platz? Vielleicht erinnert ihr euch an das vierte Zimmer in unserer WG, von der ich erzählt habe. Unserem Besuch wurde von diesem Tag an erzählt, wir hätten einen stinkenden Informatikstudenten als Mitbewohner, der immer sein Zimmer abschließt und man ihn nur nachts manchmal sehen würde. Tatsächlich hat bis zur Auflösung der WG nie jemand etwas “gerochen”.

Die Strains für meinen ersten Homegrow

Ich habe immer noch mein damaliges Grow-Tagebuch und es seit Kurzem wieder im Schrank stehen. Die Sorten von damals waren White Widow, Fruit Spirit, Haze Berry und Somango XL. Ohne jegliche Scham habe ich all diese Strains in ein und derselben Box, in einem Durchgang ausprobiert. Es war, wie man sich denken kann, sehr chaotisch. Das Ergebnis ebenso. Ich fing daraufhin an, mir High Times Magazine Ausgaben auf HHV.de zu bestellen (werden heute leider nicht mehr von den Jungs geordert) und befasste mich immer mehr mit amerikanischen Genetiken und verschiedenen Anbautechniken. 

Kurze Zeit später registrierte ich auch den Account @germandank420 bei Instagram und die Dinge nahmen ihren Lauf. Dazu könnt ihr in diesem Beitrag mehr erfahren!

Rauchige Grüße

GD420

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