„Bilbao?” – Das kam für viele wirklich überraschend. Nachdem sich die Spannabis mit der letzten Ausgabe 2025 von Barcelona verabschiedet hat, ist nun das Baskenland die neue Heimat der Messe. Doch die Skepsis im Vorfeld war groß: Kann Bilbao wirklich das bieten, was wir an Barcelona geliebt haben?
Immerhin gibt es in der Stadt kaum Social Clubs, und auch das Messegelände ist hier eher groß und modern – und damit natürlich auch ein ganzes Stück steriler als das gewohnte Areal in Barcelona.
Wie erlebten Besucher die 1. Ausgabe in Bilbao?
Wir wollten wissen, wie die neue Location ankommt und haben drei Besucher nach ihren Eindrücken gefragt. Paul und Daniel vom Anbauverein Blütenbande sowie Moritz von thcundco.de, einer Cannabis-Apotheke, schildern uns die persönlichen Highlights und Eindrücke.
So erlebten Daniel und Paul die Messe
“Das Baskenland besticht durch eine wunderschöne Natur und eine starke Kultur. Entspannte Atmosphäre, friedlich, geordnet – ein großes, weitläufiges Gelände. Auch hier haben ausgewählte Social Clubs interessante Events am Abend. Die Devise: Lern jemanden kennen und er lädt dich ein. Manchmal ist es dann aber doch auch lockerer und man kann auch über eine DM bei Insta Kontakt knüpfen.”
Was war bisher dein persönliches Highlight auf der Spannabis 2026?
“Passionierte Grower und Liebhaber aus der internationalen Szene kennenlernen zu dürfen und uns auszutauschen. Anfangs gestaltete es sich ein wenig schwierig, in einer kleinen und privaten Szene Anklang zu finden, da die Leute hier manchmal ein wenig eigen und zurückhaltend sind. Dennoch konnten wir auf der Messe engagierte Cannabis-Enthusiasten treffen.”

Welche Blüten oder Extrakte haben dich begeistert?
“Sowohl die Blüten- als auch die Extrakt-Szene ist hier speziell, aber wir haben Leute getroffen, die hochqualitative Produkte dabeihatten. Da fällt es einem dann doch schwierig, sich festzulegen. Besonders interessant für uns: Wir konnten Kontakte zu Breedern aus Nordkalifornien knüpfen, die uns die Chance geben, originale Unikate wie OG Kush und The Bling Crosses zu kultivieren.”
Welche Inspiration nehmt ihr für Euren Club mit?
“Wir wollen die Techniken in unserer Anlage verfeinern und auf den neuesten Stand bringen. Natürlich freuen wir uns auch, neue ausgewählte Seeds mit im Gepäck zu haben für das kommende Jahr. Wir versuchen vor allem, nur reguläre Sorten von Breedern ins Repertoire aufzunehmen, um so Natürlichkeit zu gewährleisten. Leider schränkt uns das ein und wir können überhaupt nur auf einen kleinen Teil der Breeder zurückgreifen, aber wir versuchen halt, etwas Besonderes zu kreieren.”

Moritz Blicke richten sich eher auf den Medical-Bereich
Kann Bilbao Spannabis? Wie erlebst du die Atmosphäre vor Ort?
“Die Messe in Bilbao war deutlich kleiner – ich würde sagen maximal halb so groß wie in Barcelona. Es waren gefühlt weniger Touristen und dafür mehr Spanier vor Ort. Die Spannabis hat zudem einen deutlich stärkeren Recreational-Fokus und weniger Medical. Ich vermute, durch den Move nach Bilbao und das krasse Wachstum der Mary Jane in Berlin wird die Spannabis zukünftig wohl erstmal nicht mehr Europas größte Cannabis-Messe sein. Aber die Atmosphäre war gut und Bilbao ist definitiv eine schöne Stadt.”

Was war dein persönliches Highlight auf der Spannabis 2026?
“Wir sind als kleines Team-Event hierhergefahren, das war an sich schon super. Fachlich war mein Highlight der Austausch mit Importeuren und Herstellern.”
Was nimmst du mit nach Deutschland?
“Am spannendsten finde ich den Fortschritt hinsichtlich Vape Pens auf dem Recreational-Markt. Es gibt mittlerweile eine extrem große Auswahl an Geräten und Kartuschen. Ich bin gespannt, welche Rolle diese zukünftig auf dem deutschen Markt spielen werden.”

Vielen Dank für eure Eindrücke!
Fotos: Blütenbande / thcundco
